Eine alte Tradition der Frauen: Seidenproduktion

von Ulla und Norbert Fink

Die Seidenraupenzucht hat in Filia eine lange Tradition. Für die Seidengewinnung benötigt man die Eier des Seidenspinners (Bombyx mori), Wärme zum Ausbrüten und Blätter des Maulbeerbaums zur Ernährung der Seidenraupen. Diese schlüpften nach 10-15 Tagen aus. Innerhalb von 30-35 Tagen häutet die Raupe sich viermal. Sie hört dann auf zu fressen und spinnt sich in einen Kokon ein. Bevor sie ein Schmetterling wird, wirft man den Kokon in heißes Wasser, um den Faden zu gewinnen, der und 3-4000 Meter lang ist. Dieser wird zu Stoffen gewebt. 

Meropi

Meropi erzählt: “Meine Großmutter hat das selber gemacht. Die Schmetterlinge machen kleine Eier und meine Großmutter hielt die im Haus bis der Frühling kommt, nimmt dann die kleinen Eier und rein in den BH (lacht verschmitzt), man kann darüber lachen, aber ist richtig, das ist ehrlich. Es brauchte zwei bis drei Tage bis die Eier richtig warm waren. Dann raus tun in ein großes Zimmer mit einem großen Tisch. Langsam, langsam kamen ganz kleine Würmer und jeden Tag wurden sie mehr groß, essen , essen bis sie so groß (zeigt die Größe) sind. Dann langsam, langsam macht ein Nest (zeigt wieder die Größe)

Manchmal macht die Oma viele, um sie zu verkaufen, manchmal zum Selbermachen für die Aussteuer meiner Mutti und meiner Tante, und manchmal nur wenige.

Dann kommt das Ganze in kochendes Wasser, darein das ganze Produkt. Dann kommt die Seide heraus: viele Meter, viele Tausend Meter.

Hat sie alles gefärbt, zum Beispiel grün, braun, rot, blau, hellblau, orange.

Frage: Womit hat sie gefärbt, mit Blättern und Blüten?

Meropi: Ja, mit Blättern, das alles ist keine Chemie. Das Wissen ist von den Eltern, und von Familie zu Familie.

Seidene Unterwäsche

Frage: Und heute, wer weiß das noch?

Meropi: Das können nur noch wenige, schade, schade! Aber warum?

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